Redebeitrag Claudia Papst-Dippel TOP6 Ansiedelung Hebammen 27.08.2018

Sehr geehrte Frau Vorsitzende, meine Damen und Herren,

wie Sie alle im Antrag gelesen haben, mache ich mir und mit mir meine Fraktion weiterhin Sorgen um Schwangerenbetreuung, Geburtshilfe und Geburtsnachsorge in Waldeck-Frankenberg.

Das hat mich dazu bewogen noch einmal in das Thema einzusteigen und mich mit den Betroffenengruppen auszutauschen.

Also mit Schwangeren, jungen Müttern und Frauen mit Kinderwunsch auf der einen Seite

Und mit Hebammen und Personal der Geburtshilfe auf der anderen Seite.

Zuerst muss ich aber feststellen, dass die, während des letzten Kreistages verabschiedete Resolution im Grunde keine Auswirkung hat.

Sie ist adressiert an die Hessische Landesregierung und die Bundesregierung und beinhaltet richtige Forderungen zur Sicherstellung der Geburtsstationen und eine Aufforderung Hebammen bestmöglich zu unterstützen.

Meine Damen und Herren, ich habe an dieser Stelle schon einmal gesagt, dass der aus 2014 datierte erste Antrag zum Thema Hebammen der Freien Wähler auch KEINE positiven Folgen hatte.

Auch ein nachfolgender Änderungsantrag zur Resolution in 2018 der Grünen, adressierte die Ergänzung zur Resolution an die Bundesebene.

Ich denke, dass das ein unhaltbarer und für alle unbefriedigender Zustand ist und deswegen möchte ich und möchten wir als AfD-Fraktion, dass hier vor Ort und so schnell wie möglich Maßnahmen ergriffen werden.

An dieser Stelle muss ich noch meiner Enttäuschung Ausdruck geben. Die große Anfrage der SPD und CDU Kreistagsfraktionen ist vor der Sommerpause ausführlich beantwortet worden. Darin wurde eine zufriedenstellende Situation im Landkreis beschrieben und die Antworten dienten als Grundlage für eine neue fraktionsübergreifende Resolution.

Ich habe damals in meinem Redebeitrag schon bezweifelt, dass sich aus den Antworten die Zufriedenheit der Hebammen mit ihrer Arbeitssituation ableiten lasse.

Ich bin dann einige Tage später erstaunt gewesen, dass in der WLZ zu lesen stand, dass die Kreissprecherin der Hebammen Frau Runde, die Situation anders darstellt.

Wie kann das sein sehr geehrter Herr Frese (erster Kreisbeigeordneter), dass es zu dieser Diskrepanz kam? Vielleicht können Sie mir dazu persönlich noch etwas sagen.

Die von der Kreisverwaltung negierten Betreuungsdefizite und Versorgungslücken gibt es also doch – unschön für die jungen Frauen und Familien in Waldeck-Frankenberg!

Wenn man der Kreissprecherin der Hebammen glaubt, dann ist es in Volkmarsen und Frankenberg besser seine Entbindung nicht in die Urlaubszeiten zu legen, denn dann ist zumindest eine Nachsorge nicht garantiert.

Und wenn man sich weiter hier im Kreis kundig macht, dann wird davor gewarnt, dass Hebammen in Rente gehen werden und der Nachwuchs fehlt. Das ist sicherlich kein ausschließliches Problem unseres Landkreises, aber hier müssen dringend Anreize für den Hebammennachwuchs geschaffen werden.

Weiterhin gibt es im Landkreis auch Nachfrage nach Hausgeburten, eine der besten und komplikationsärmsten Geburtssituationen für normale Schwangerschaften! Es gibt aber keine Hausgeburtshebamme mehr im Kreis.

Auch das habe ich hier schon einmal gesagt:

Ich halte es für ein Frauenrecht, dass die Möglichkeiten zu den unterschiedlichen Entbindungsorten und Entbindungsformen erhalten bleiben und zwar unter der Begleitung einer HEBAMME!

DAS gehört zur Familienfreundlichkeit und Zukunftsorientierung einer Region!!!

Und das zu garantieren gehört zu den politisch-gesamtgesellschaftlichen Zielen, dem demografischen Wandel entgegen zu wirken. Frauen und Familien benötigen eben nicht nur finanzielle Sicherheit, sondern auch die Sicherheit einer flächendeckenden und wohnortnahen Versorgung im geburtshilflichen und gesundheitlichen Bereich.

Auf der Seite der Hebammen ist unbedingt darauf einzuwirken, dass eine mindestens auskömmliche Vergütung der Leistungen erfolgt, dass die freie Ausübung ihres Berufes garantiert wird und vor Ort alle Akteure gut zusammenarbeiten und überhaupt arbeiten können.

Letzteres können wir als Abgeordnete in diesem Kreistag beeinflussen!!!

Und deswegen unser Antrag, dass auf Kreisebene, hier vor Ort ein Signal gesetzt wird!

Ein Signal für Frauen, für Familien und für Hebammen, das über einen Willkommensbesuch für Neugeborene hinaus geht!

Ein Signal für die Zukunft von und in Waldeck-Frankenberg!

Vielen Dank

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